Menu

Betriebskostenabrechnung – richtig lesen und verstehen

Einmal im Kalenderjahr erhalten alle unsere Mieter eine Betriebskostenabrechnung für das zurückliegende Jahr.

Viele Bewohner staunen, welche Gesamtsumme jedes Jahr auf die Mietparteien umzulegen ist. Allein im Kalenderjahr 2016 wurden insgesamt rund 870.000,00 . für Wasser, Strom, Allgemeinstrom, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Versicherung, Gartenpflege usw. abgerechnet.
An der Erstellung der Betriebskostenabrechnungen verdient unsere Genossenschaft keinen Cent. Denn die Betriebskosten stellen für uns einen durchlaufenden Posten dar und werden nach Eingang von uns sorgfältig geprüft, kontiert, verbucht und zur Zahlung angewiesen.
Viele Betriebskosten werden bereits Anfang des Kalenderjahres in voller Höhe zur Zahlung fällig. Deshalb bekommen wir bei einzelnen Versorgern entsprechende Preiszugeständnisse eingeräumt, die zu einer Reduzierung der Betriebskosten führen.
Die von allen Mietparteien monatlich zu leistenden Betriebskostenvorauszahlungen reichen Anfang des neuen Kalenderjahres natürlich bei Weitem nicht aus, um alle fälligen Zahlungen zu leisten. Somit werden diese Beträge von unserer Genossenschaft zunächst vorgestreckt.
Aus den Gesprächen mit unseren Bewohnern entnehmen wir häufig, dass die Betriebskosten für viele ein Buch mit sieben Siegeln darstellen.
Damit das nicht so bleibt, zeigen wir Ihnen, was hinter den einzelnen Kostenarten steckt.

Sach- und Haftpflichtversicherung

Alle Objekte unserer Genossenschaft sind in Form einer Sachversicherung gegen Feuer-, Sturm-, Leitungswassersowie Elementarschäden versichert. Schäden, die aus der Vernachlässigung unserer Sorgfaltspflichten entstehen können, sind über eine Haftpflichtversicherung abgedeckt. Der Abschluss derartiger Sach- und Haftpflichtversicherungen ist für Immobilieneigentümer unerlässlich. Aufgrund der hohen Zahl von Wohnungen, die wir versichert haben, erhalten wir bei unserem Versicherungsgeber deutlich bessere Konditionen als ein Privatvermieter. Einen weiteren Preisvorteil erhalten wir durch die einmalige Zahlung der jährlichen Versicherungsprämien am Anfang des jeweiligen Kalenderjahres. Die Preisersparnisse werden von uns 1:1 an die Bewohner weitergereich

Kaminreinigung

Einmal im Jahr werden die Kamine unserer Häuser durch einen Schornsteinfeger einer Prüfung unterzogen. Das Leistungsspektrum der Prüfung wird in Deutschland von der Kehr- und .berprüfungsordnung (KÜO) vorgegeben. Im Zuge der Prüfung werden gleichzeitig auch der Kohlenmonoxidgehalt der Abgase im Kamin und die Funktion der Heizkessel geprüft. Somit wird sichergestellt, dass die Heizanlage energieeffizient und umweltfreundlich arbeitet.

Gartenpflegekosten

Unter dieser Kostenart werden von uns alle Aufwendungen für die Pflege unserer gärtnerisch angelegten Flächen abgerechnet. Mit dem Fachunternehmen Gartenbau Kuhl haben wir einen Rahmenvertrag abgeschlossen, aus dem das Leistungsspektrum erkennbar ist.

Oberflächenwasser

Für die Ableitung des Oberflächenwassers in der Region Trier sind die Stadtwerke Trier zuständig. Das Kanalnetz der Region Trier soll eine Gesamtlänge von ca. 499 Kilometern haben. Davon entfallen ungefähr 386 Kilometer auf das sogenannte Mischwassersystem, d.h., Schmutz- und Regenwasser fließen in einen gemeinsamen Kanal. Die restlichen 113 Kilometer sind in einem Trennsystem verlegt, das Schmutz- und Regenwasser getrennt ableitet. Während die Schmutzwassergebühr nach dem Wasserverbrauch berechnet wird, erfolgt die Berechnung des Oberflächenwassers nach der Größe der versiegelten Fläche. Das ist die Fläche, auf der das Haus steht und die asphaltierte Fläche rund das Haus. Hier kann das Oberflächenwasser nicht einfach versickern, sondern läuft in den Kanal.

Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine sogenannte Realsteuer (auch Objektsteuer genannt) und ist in ihrer Höhe nicht beeinflussbar. Diese Steuer wird von der Stadt Trier für unseren Grundbesitz erhoben. Die Bewertung unserer Objekte obliegt dem Finanzamt unserer Stadt. Zunächst wird der Einheitswert nach einem standardisierten Verfahren ermittelt. Dieser Wert bildet dabei die Grundlage für den Steuermessbetrag. Der Steuermessbetrag, multipliziert mit dem Hebesatz, der von der Stadt Trier in Haushaltssatzungen bestimmt wird, bildet dann die zu entrichtende Grundsteuer.

Straßenreinigung

Diese Kostenart beinhaltet unter anderem die Reinigung der öffentlichen Straßen und Wege, wenn sie nach öffentlichem Recht dem allgemeinen Verkehr gewidmet sind. Die Kosten sind grundsätzlich umlagefähig. Doch damit nicht genug, auch das Streugut im Rahmen des Winterdienstes darf unter dieser Position abgerechnet werden.

Kabelgebühren

Die Kabelgebühren resultieren aus einem Anschluss der Wohnanlage an das Breitbandkabelnetz von Kabel Deutschland (jetzt Vodafone). Aufgrund der hohen Zahl von Wohnungen, die an das Breitbandkabelnetz angeschlossen worden sind, erhalten wir bessere Konditionen als ein Privatvermieter. Durch die einmalige Zahlung der jährlichen Kabelgebühren am Anfang des jeweiligen Kalenderjahres wird uns ein weiteres Preiszugeständnis geräumt, das wir 1:1 an die Bewohner weiterreichen.

Müllabfuhrgebühren

Die Abfallentsorgung in der Region Trier wird von der A.R.T durchgeführt. Diese ermittelt anhand der Größe der Restabfallbehälter und der Bereitstellungshäufigkeit die zu zahlenden Gebühren. Sicherlich werden Sie sich fragen, wer die Größe der Restabfallbehälter festlegt. Diese Festlegung erfolgt auf Basis der ermittelten Gesamtzahl von Personen, die in den Häusern leben. Es besteht unsererseits zwar die Möglichkeit, die Anzahl und die Größe der Abfallbehälter zu ändern, allerdings darf dabei der festgelegte Mindestbedarf der A.R.T. nicht unterschritten werden. Bei einem Haus mit mehr als acht Personen beträgt der Mindestbedarf pro Person 30 Liter.
Wie Sie erkennen können, sind in diesem Bereich durchaus Optimierungsmöglichkeiten vorhanden, wenn alle Mieter versuchen, das Müllaufkommen zu reduzieren. Eine Optimierung ist z.B. durch eine saubere Mülltrennung und das Zerreißen von Kartons und dergleichen möglich.

Wasser- und Abwasserkosten

Die Stadtwerke Trier versorgen alle Haushalte in Trier und den umliegenden Gemeinden mit Wasser. Haben Sie gewusst, dass in unserer Region jährlich rund 10.000.000 Kubikmeter Trinkwasser verbraucht werden? Eine beachtliche Zahl, finden wir. Da Wasser ein knappes Gut ist und das Schmutzwasser wieder aufbereitet werden muss, sehen auch wir bei dieser Kostenart entsprechendes Einsparpotential.

Allgemeinstrom

Unter der Kostenart Allgemeinstrom wird der Strom für die Beleuchtung der allgemein genutzten Flächen oder Gebäudeteile verstanden. Das betrifft die Stromkosten für die Außen- oder Innenbeleuchtung, wie für Zugänge, Flure, Treppen, Keller, Bodenräume oder Waschküchen. Die Stromkosten für Räume, die separat von Mietparteien genutzt werden, werden von uns nicht unter dieser Kostenart abgerechnet, sondern den betreffenden Nutzern direkt belastet.

Kosten Immissionsmessung

Unter die Kosten für die Immissionsmessung fallen unter anderem die Kehrgebühren für die Reinigung der Schornsteine sowie die Immissionsmessung, die den Schadstoffausstoß der Heizung erfasst. Die Kosten für den Schornsteinfeger sind nach der Gebührenordnung der Schornsteinfeger festgelegt und sollten überall gleich sein.

Heizkosten

Befindet sich in Ihrer Wohnung eine Gasetagenheizung, so werden die anfallenden Kosten jährlich direkt mit dem Versorger abgerechnet. In den Häusern, in denen die Versorgung mit Wärme über eine Gaszentralheizung erfolgt, werden die Verbräuche über die Heizkostenverteiler in den jeweiligen Wohnungen erfasst. Die Abrechnung erfolgt über einen Abrechnungsdienstleister (z.B. Firma Brunata). Die Kosten werden direkt in der jeweiligen Jahresabrechnung den jeweiligen Nutzern berechnet.

Wir fragen den Vorstand unserer Genossenschaft, welche Einsparpotentiale im Bereich der Nebenkosten bestehen: „Viele Kostenarten sind von den Mietparteien nicht beeinflussbar. Doch es gibt auch Sparmöglichkeiten. Zum Beispiel lassen sich die Kosten für die Müllabfuhr reduzieren, wenn von allen Mietparteien eines Hauses der Müll konsequent getrennt wird. Hierzu gehört auch, dass die Kartonagen vor einer Entsorgung in die blauen Tonnen zerrissen werden. Dadurch lässt sich die Anzahl der Tonnen gegebenenfalls reduzieren.
Weitere Einsparmöglichkeiten finden wir auch beim Wasser und bei der Heizung. Ebenso auch beim Haushaltsstrom“, berichtet uns der Vorstand.

Wir stellen fest, dass sich durch einen bewussten Umgang mit Müll, Strom, Wasser und Heizung durchaus die Höhe der zweiten Miete (Betriebskosten) reduzieren lässt.

« zurück
weiter »
Zur Übersicht

Wir verwenden ausschließlich technische Cookies, um die Benutzerfreundlichkeit unserer Seite zu verbessern. Cookies für Marketing, Analyse oder Präferenzen sind nicht im Einsatz.
Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung .